Mainz kann feiern, das erleben wir bei den vielfältigsten Gelegenheiten und natürlich ist Mainz auch eine gastfreundliche und offene Stadt. Das haben wir mehr als einmal bewiesen.

Ganz sicher freuen wir uns auf alle Veranstaltungen, die wieder ausschließlich in den bewährten Händen unserer Marktverwaltung und des Ordnungsamtes liegen. Da werden regelmäßig Veranstaltungen organisiert, bei denen jeweils Hundertausende von Besucherinnen und Besuchern in der Stadt sind und die Beeinträchtigungen für die Anlieger halten sich im angemessenen Rahmen.
Das was wir aber hier in der Stadt immer noch erleben müssen, ist einfach Ausnahmezustand und der Grund dafür nennt sich „Bürgerfest“.

Die gute Nachricht vorweg: glücklicherweise kam es zu keinerlei ernsten Zwischenfällen und unser Dank gilt vor allem den 7500 Polizistinnen und Polizisten, die die Veranstaltung gesichert haben.

Darüber hinaus fällt es uns leider sehr schwer, das Positive an der Idee der Staatskanzlei zu finden(oder war es am Ende doch die Stadt?), eine Innenstadt in eine Festung zu verwandeln und das für 5 Min. Sendezeit in den Abendnachrichten. Bereits eine Woche vor der eigentlichen Veranstaltung wurde die Hauptachse des ÖPNV durch die Ludwigstraße für 14 Tage außer Betrieb genommen. Die Haltestelle Höfchen nicht anfahrbar. Und bereits eine Woche vor dem eigentlichen Event verschwanden die ersten Geschäfte hinter weißen Wänden. Der Abbau gestaltet sich ähnlich bedächtig.

Was nützen Informationen im Vorfeld, wenn sie häppchenweise kommen und bei denen man am Endergebnis sowieso nichts ändern kann. Die Einschränkungen wegen der erhöhten Sicherheitsvorkehrungen wurden sowieso erst ganz kurzfristig umgesetzt und kamen noch erschwerend hinzu.

Wir reden nicht nur vom Montag, auf den sich im Vorfeld der Fokus richtete. Bereits das Wochenende und die Tage vor dem „Fest“ übertrafen die schlimmsten Befürchtungen. Der Mainzer Einzelhandel hat sich unfreiwillig mit einem sechsstelligen Betrag am Gelingen des TdDE beteiligt. Was für die Gastronomie zutreffen mag, dass viele Menschen in der Stadt immer gut fürs Geschäft sind, für den Einzelhandel gilt das definitiv nicht. Menschen, die wegen eines Festes kommen, tun dies überwiegend zum Feiern und nicht zum Shoppen. Die Innenstadt darf nicht auf eine Eventlocation mit schöner Domkulisse reduziert werden, die nach Bedarf an Veranstalter vermietet wird. Mit Johannisfest und Fassenacht haben wir schon zwei innerstädtische Großveranstaltungen, die jeweils eine Woche eingeschränkte Geschäftstätigkeit bedeuten.

Vielleicht übernimmt ja dieses Jahr die Stadt Mainz oder die Staatskanzlei die Kosten für unsere diesjährige Weihnachtsbeleuchtung. Das wäre eine angemessene Geste der Entschädigung!

Ein guter Rat an Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen in den noch nicht betroffenen Hauptstädten der restlichen Bundesländer: wehren Sie sich im Vorfeld gegen eine Großveranstaltung dieser Art in Ihrer Innenstadt mit einem Zuviel an politischer Prominenz. Sie zahlen am Ende die Zeche und diejenigen, die uns von den Fotos des Tages zulächeln, können gar nicht verstehen, was diese Einzelhändler jetzt schon wieder zu meckern haben. Es war doch soo schön….

Die AZ berichtete in ihrer Ausgabe vom 09.10.2017 ausführlich über den Tag der Deutschen Einheit und dessen Auswirkungen.